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Geschichte(n) vom Oppenheimer Hafen – ein Abend voller Bilder, Fakten und Erinnerungen

Begrüßung von Uwe im Namen des Vorstands (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Begrüßung von Uwe im Namen des Vorstands

Am 27. Januar 2026 lud der Kanu Club Oppenheim zu einem besonderen Vortragsabend unter dem Titel „Die Geschichte des Oppenheimer Hafens und des Hafenviertels“ ein. Über 20 interessierte Gäste waren der Einladung gefolgt und füllten den Raum mit gespannter Neugier auf die Vergangenheit ihres Hafens.

 

Zu Beginn begrüßte Uwe die Anwesenden im Namen des Vorstands und leitete damit einen ebenso informativen wie geselligen Abend ein. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Bernhard Herzog, gebürtiger Oppenheimer und langjähriges KCO-Mitglied, der mit großer Fachkenntnis und anschaulichem Bildmaterial aus verschiedensten Quellen die Entwicklung des Oppenheimer Hafens von den Anfängen bis in die heutige Zeit nachzeichnete.

Besonders eindrucksvoll war eine Kupferstichzeichnung aus dem Jahr 1622, die vielen Oppenheimerinnen und Oppenheimern bekannt sein dürfte. Sie zeigte, wie nah der Rhein einst an der Stadt vorbeifloss. Anhand historischer Karten aus verschiedenen Jahrhunderten wurde deutlich, wie sich der Rheinverlauf im Laufe der Zeit immer weiter nach Osten verlagerte – zeitweise verlief er sehr dicht an der Vorstadt. Auch die Tatsache, dass Main und Neckar wohl einst ein gemeinsames Mündungsgebiet hatten, sorgte für staunende Blicke.

 

Ein zentrales Thema war die Rheinbegradigung, insbesondere der Durchstich von 1828 unter der Leitung des Wasserbauingenieurs Claus Kröncke (großherzoglicher Geheimrat, Oberbauinspektor zu Darmstadt). Zunächst wurde ein rund 20 Meter breiter und drei Meter tiefer Graben ausgehoben, der bei Hochwasser geflutet wurde. Auf diese Weise grub sich der Rhein seinen neuen Lauf selbst. 

 

Auch spätere Epochen kamen nicht zu kurz: die frühe Dampfschifffahrt ab 1836 von London bis Straßburg, historische Hochwasserereignisse – unter anderem in den Jahren 1920 und 1982 – sowie der Bau des Schutzhafens, dessen Spatenstich im März 1892 erfolgte. Thematisiert wurde zudem der Bau des Silos am Hafen im Jahr 1928, das über Jahrzehnte das Hafenbild prägte und Ende der 1990er-Jahre abgerissen wurde. Historische Fotografien, unter anderem aus dem Bildarchiv des Frankfurter Städel Museums sowie von Otto Lattreuther, ergänzt durch eigene Aufnahmen, zeigten die Hafenanlagen in Nierstein und Oppenheim, eine besondere Zeppelinfahrt über den Rhein sowie den harten Winter 1956, in dem zahlreiche Schiffe im Hafen Schutz vor dem Eis suchten.

 

Auch die Vereinsgeschichte war ein wichtiger Punkt: 1919 wurde der Ruderclub Oppenheim gegründet, dessen Bootshaus später vom KCO genutzt wurde. Der Kanu Club Oppenheim selbst entstand als eigene Sparte aus dem Turnverein heraus – ein weiterer Beleg dafür, wie eng Sport, Hafen und Stadtgeschichte miteinander verbunden sind. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die US-Armee Pontonbrücken als Behelfsübergänge über den Rhein, die u.a. durch Taucher aufwendig gegen mögliche Zerstörungen gesichert wurden. Die bei Hochwasser notwendig gewordenen Dammöffnungen verursachten Strudellöcher, die bis heute sichtbar sind – eines davon dient heute als Anglersee.

 

Abgerundet wurde der Abend durch einen geselligen Teil: Uwe hatte für eine leckere Gulaschsuppe sowie eine vegetarische Alternative gesorgt, was den Austausch über persönliche Erinnerungen, Geschichten rund um den Hafen, frühere Hafenfeste und besondere Vereinsmomente weiter belebte. Auch Themen wie Kanadiertaufen und der Blick nach vorn – mit Vorfreude auf das Jubiläum im kommenden Jahr – fanden ihren Platz.

Ein rundum gelungener Abend, der gezeigt hat: Der Oppenheimer Hafen ist weit mehr als ein Ort für Boote – er ist ein Stück lebendige Stadt- und Vereinsgeschichte.

Fotoserien

Geschichte(n) vom Oppenheimer Hafen (SO, 01. Februar 2026)